
Vom Grenzpfad zum Erholungsort
Eingebettet zwischen dem Großen Müggelsee, dichten Wäldern und stillen Pfaden liegt ein ganz besonderer Ort: der Schmetterlingshorst. Was heute wie ein Geheimtipp für Naturfreunde wirkt, blickt auf eine lange, bewegte und durchaus einzigartige Geschichte zurück.
Die Geschichte des Schmetterlingshorsts beginnt im Jahr 1898. Der böhmische Glasgraveurmeister Johann Bittner eröffnete hier eine Schaubude mit einer beeindruckenden Schmetterlingssammlung, ergänzt durch einen kleinen Imbiss- und Ausschankbereich.
Nach mehreren Standortwechseln und Verlegungen auf Holzrollen (!) wurde 1900 das sogenannte „Schmetterlingshaus“ an seinen heutigen Platz gebracht. Hier, auf dem Gelände der ehemaligen Sandschurre beim heutigen Möllhausenufer, begann der Aufstieg zur beliebten Ausflugsgaststätte.
Anfangs unter dem Namen „Restaurant Johann Bittner“ bekannt, entwickelte sich der Ort weiter – über „Schmetterlinghain“ schließlich zum „Schmetterlingshorst“, ein Name, der sich nach Bittners Tod 1906 durchsetzte. Seine Frau führte die Gaststätte fort, während der Sohn in Grünau ein eigenes Lokal eröffnete.
Dank einer 1904 eröffneten Dampferanlegestelle und eines großzügigen Parkettsaals wurde der Schmetterlingshorst bald zu einer stattlichen Ausflugsgaststätte. Hier trafen sich Wanderer, Spaziergänger und die Mitglieder der Lepidopterologen-Vereinigung Orion, um von hier aus auf Exkursionen durch den Köpenicker Forst zu starten.
Die Sammlung von Schmetterlingen galt bereits vor dem Ersten Weltkrieg als eine der bedeutendsten ihrer Art – mit zahlreichen Exponaten in kunstvoll gestalteten Glaskästen, zur „Belehrung des geschätzten Publikums“.
Ein schwerer Luftangriff am 24. Dezember 1943 zerstörte große Teile der Gaststätte. Doch schon 1947 begann der Wiederaufbau, und bis in die frühen 1990er-Jahre wurde der Schmetterlingshorst wieder bewirtschaftet.
Nach der Wende musste der Pächter jedoch aufgrund hoher Kosten aufgeben – das Areal verfiel langsam und wurde von der Natur zurückerobert.
1999 hauchte der Bezirkssportbund Treptow-Köpenick e.V. dem Schmetterlingshorst neues Leben ein. Mit viel Engagement, Spenden und Unterstützung aus der Nachbarschaft wurde das Gebäude Stück für Stück instand gesetzt.
Heute wird das Gelände nicht mehr als klassische Gaststätte, sondern als Sport- und Bildungszentrum betrieben – offen für Wassersportler, Wanderer, Radfahrer, Schulklassen und alle, die hier Natur erleben und neue Eindrücke gewinnen möchten.
Ein kleiner Imbiss bietet Erfrischungen und Snacks, die Einnahmen kommen vollständig dem Erhalt des Hauses und der Weiterentwicklung des Projekts zugute.














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